Jennifer Scales – Schönheit bewegt

Ich liebe die Natur, das Reisen und die Fotografie. Und eines Tages fand ich heraus, wie schön es ist, diese drei Leidenschaften zu verbinden. Als ich 2003 mein Fotodesignstudium begann, dachte ich noch ich würde eine „normale“ Fotografin werden, aber dann bin ich dem Reisen verfallen …

Ich habe mich in die Stadt Paris verliebt, als ich dort mein Praxissemester absolvierte, und habe danach jede Gelegenheit genutzt, um hinzufahren. Am Tag nachdem ich meine erste digitale Spiegelreflex-Kamera gekauft hatte, saß ich wieder einmal im Bus nach Paris und spielte mit meiner neuen Errungenschaft. Als es begann zu dämmern und die Belichtungszeiten länger wurden, sah ich die ersten Bilder, die nicht nur die Landschaft, sondern auch die Bewegung zeigten.

Voller Begeisterung begann ich die wunderbare Welt der Bewegungsunschärfe zu entdecken. Ich hatte die Wahrnehmung der vorüberziehenden Landschaft schon als Kind geliebt, und jetzt konnte ich sie endlich festhalten! Und so habe ich experimentelle Fotografie als Hauptfach für die verbleibenden Jahre des Studiums gewählt, und meine Diplomarbeit (Der Weg ist das Ziel, 2007) war die Essenz dessen, was ich bis dahin gelernt hatte.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon beschlossen, dass es genug Fotografen auf der Welt gibt, die scharfe Bilder machen, und wurde stattdessen Künstlerin. Seither habe ich die Landschaft in Bewegung aus vielen Perspektiven betrachtet, fast immer aber aus Zügen: Mit 300 km/h im französischen TGV, gemütlich im Railjet nach Wien oder im Eurostar auf dem Weg nach London. Später kamen noch exotischere Reisen hinzu. Die offenen Zugtüren der indischen Bummelbahn haben genauso ihren eigenen Reiz wie die Aussicht aus den modernen Hochgeschwindigkeitszügen in China und Taiwan.

Und ich bin immer noch bewegt von der Schönheit, die ich mit der Kamera einfange.

Die Fotografin Jennifer Scales hält eine Kamera in der Hand uns schaut aus dem Zugfenster.

„A great photograph is one that fully expresses what one feels, in the deepest sense, about what is being photographed.“

– Ansel Adams

Geschichten von Unterwegs

„Man reist ja nicht um anzukommen, sondern um zu reisen“

– Johann Wolfgang von Goethe

Wenn eine Webseite wie eine digitale Ausstellung ist, dann ist diese Seite hier die Einladung zum Künstlergespräch. Natürlich habe ich große Freude daran, meine fertig bearbeiteten und kuratierten Werke schön präsentiert zu sehen. Aber noch schöner finde ich es immer, darüber ins Gespräch zu kommen. Sei es über die Bilder, über das Reisen selber oder die Reiseziele, oder über das Künstlerleben.

Denn ich bin ja nicht nur dann auf Reisen, wenn ich im Zug sitze. Auch mein Weg mit der Kunst ist ein konstantes Unterwegssein, das sich manchmal wie ein Abenteuer ohne Straßenkarte anfühlt. Ich will nicht nur herausfinden, ob ich von der Kunst leben kann, sondern auch, wie meine Bilder einen Beitrag für die Welt leisten können. Kann ich meine Begeisterung für die Reise zu Lande so transportieren, dass es jemanden inspiriert, beim nächsten Mal den Zug zu nehmen statt das Flugzeug? Kann Kunst die dringend nötige Wende im Tourismus unterstützen?

Ich beschäftige mich seit einiger Zeit vermehrt mit Social Media, und habe mit meinem Instagram Account festgestellt, wie viel Spaß es macht nicht nur „perfekte“ Ergebnisse zu präsentieren, sondern auch die Erlebnisse drumherum zu zeigen. Ich liebe es, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, oder auch mal Zweifel und Schwierigkeiten zu teilen. Meine kleine aber feine Instagram Community hat mir zum Beispiel gerade bei der schwersten Aufgabe geholfen, die im Jahresverlauf ansteht: Die Bildauswahl für den Kalender 2022.

Ich möchte mehr davon. Mehr echten Austausch, mehr Blicke hinter die Kulisse. Und mehr Mut zum Unfertigen. Im Moment passiert das vor allem auf Instagram. Als nächstes kommt mein Blog, den ich hier schon mal verlinke, obwohl er noch eine Baustelle ist. Bitte wundere dich also nicht, wenn es nur ganz wenige Posts gibt, oder mal ein unfertiger Text auftaucht. Und danach erwecke ich meinen Newsletter wieder zum Leben, der bisher eine Einladungsliste für Ausstellungen war, und daher in einem komaähnlichen Tiefschlaf liegt.

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