Jennifer Scales – Licht und Spuren

Seit Beginn des Jahrtausends stelle ich in meiner Fotografie die Frage: Welche Spuren hinterlässt das Licht? Was wird sichtbar, wenn ich die Welt festhalte? Ich lade Zeit, Bewegung und Zufall als Akteure ein. Zu Beginn in meine klassischen schwarz-weiß Arbeiten, dann über lange Zeit digital. Heute entwickelt sich die Antwort auf dieses Fragen wieder unter meinen Händen: mit Cyanotypie, Lumenprints und anderen historischen Verfahren finde ich, was ich suche – Licht, das sich selbst schreibt.

Werdegang

  • 1982 – geboren in Starnberg
  • ab 2003 – Studium Fotodesign an der FH München
  • 2005 – Praxissemester in Paris
  • 2007 – Diplom Fotodesign, FH München
  • 2008 – erste Einzelausstellung, seitdem kontinuierliche Ausstellungstätigkeit im In- und Ausland
  • 2005 – 2025 – Travelscapes – Langzeitbelichtung, Bewegungsspuren, Zufall und Abstraktion; das Projekt begleitet mich über zwei Jahrzehnte und zig Tausende Schienenkilometer, von den ersten Aufnahmen auf dem Weg nach Paris über die Diplomarbeit bis zur heutigen abgeschlossenen Serie.
  • seit 2021 – Analoge und historische fotografische Verfahren seit 2021: Cyanotypie, Gummidruck, Lumenprints, Lochkamera
  • seit 2024 –  Lehrtätigkeit, u. a. Kunstunterricht und Workshops an der Montessorischule Peißenberg

Aktuelle Projekte

  • Travelscapes, 2005-2025 – digitales Langzeitprojekt. Die Dokumentation der Welt, wie sie durchs Zugfenster erscheint. Abstrakte Landschaften, die durch Bewegung geprägt sind. Deutschland- und europaweit ausgestellt. Auf www.jennifer-scales.de steht dieses Serie im Mittelpunkt.
  • Peißenberg und die Kohle, 2026 – Pechkohle-Serie. Mein Heimatort Peißenberg ist vom Pechkohleabbau geprägt, auch wenn dieser schon in den 70ern aufgegeben wurde. Sichtbar ist dieses Erbe in der Industiearchitektur, versteckt unter der scheinbar unberührten Natur der Berghalden. Ich nutze fotografischen Gummidruck, um die Kohle selber als Pigment ihre eigene Geschichte erzählen zu lassen. Ausgestellt 2026 in St. Brevin (Frankreich). Portfolioseite folgt.
  • Hope (Don’t Push the Button), 2026 – Cyanotypie-Installation. Eine Cyanotypie auf Stoff mit funktionierendem Zerstörungsmechanismus (ein “roter Knopf”): Die Zerstörung des Bildes wird zur Metapher für die nukleare Katastrophe – und die Entscheidung, sie nicht zu drücken, zur Frage jedes Ausstellungsbesuchs. Ausgestellt 2026 in Genf (Schweiz). Mehr dazu hier.
  • Rigi Rutsch’n, 2026 – Lochkamera-Rekord. Im Rahmen meines Kurses “Lichtmalerei” entstand der höchste Lochkameraturm der Welt, mit dem wir über einen Zeitraum von 5 Wochen 60 verschiedene Blickwinkel des örtlichen Freibads eingefangen haben. Einblicke geben dieser Zeitungsartikel sowie dieser Blogpost.
  • Slow Light, seit 2026 – grenzüberschreitende Lumenprints. In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Fotografen Felix Maurer (www.slowly.ch) sammeln wir Licht auf dem Postweg. Wir schicken lichtempfindliche Papiere und Lochkameras zwischen Peißenberg und Schaffhausen hin und her, und sammeln so die Spuren der Distanz. Ausstellung geplant für 2027 (Schaffhauser Kulturtage). Erste Ergebnisse sind hier zu sehen.